Juni 2026

Rückenschmerzen? Warum sich ein Zahnarztbesuch lohnt

Wer unter Rückenschmerzen leidet, denkt sicherlich nicht zuerst an einen Besuch beim Zahnarzt. Betroffene waren häufig bereits bei Orthopäden, Physiotherapeuten oder Osteopathen, bevor sie ihren Zahnarzt aufsuchen. Denn: Die wenigsten Menschen kennen die Zusammenhänge zwischen Kiefergelenksbeschwerden und Nacken- oder Rückenschmerzen. Mithilfe der CMD-Diagnostik können wir in unserer Praxisklinik in Dortmund Zusammenhänge erkennen und systematisch behandeln.

Die Rolle des Kausystems für den gesamten Körper

Das sogenannte craniomandibuläre System (CMS) – bestehend aus Kiefergelenken, Kaumuskulatur und Zähnen – ist eng mit dem gesamten Bewegungsapparat vernetzt. Schon kleinste Störungen im Biss oder in der Kiefergelenksfunktion können sich auf andere Bereiche des Körpers übertragen. Hierbei ist wichtig zu wissen, dass der Kaumuskel gemessen an seiner Größe der stärkste im Körper ist. Dysbalancen und falsche Belastungen wirken sich durch die enorme Kraft, mit der Ober- und Unterkiefer aufeinandertreffen, nicht selten auf den gesamten Bewegungsapparat aus. So kann es zu Fehlhaltungen und muskulären Verspannungen kommen, die sich langfristig als Rückenschmerzen äußern.

CMD als unterschätzte Ursache von Rückenschmerzen

Eine der häufigsten Verbindungen zwischen Zahngesundheit und Rückenschmerzen ist die craniomandibuläre Dysfunktion (CMD). Dabei handelt es sich um eine Funktionsstörung im Zusammenspiel von Kiefergelenk, Muskulatur und Bisslage. Die Ursachen für eine CMD sind vielfältig:

  • Fehlstellungen der Zähne oder des Kiefers
  • Zähneknirschen oder -pressen (Bruxismus)
  • schlecht angepasster Zahnersatz
  • stressbedingte Muskelverspannungen
  • Fehlkontakte beim Zusammenbeißen

Dies führt dazu, dass die Muskulatur ungleichmäßig belastet wird und der Körper unbewusst versucht, diese Dysbalance auszugleichen. Daraus resultiert oft eine veränderte Körperhaltung, wodurch auch Rücken- und Nackenmuskulatur unter Spannung geraten.

Worauf kann sich eine CMD auswirken?

Rückenschmerzen treten im Zusammenhang mit CMD selten isoliert auf. Meist berichten Patientinnen und Patienten in unserer Praxis zusätzlich über weitere Beschwerden, die auf einen Zusammenhang mit dem Kiefer hindeuten. Dazu zählen unter anderem:

  • Nackenverspannungen
  • Kopfschmerzen oder Migräne
  • Kieferknacken oder -schmerzen
  • eingeschränkte Mundöffnung
  • Ohrgeräusche (Tinnitus)

Das gleichzeitige Auftreten mehrerer dieser Symptome kann ein wichtiger Hinweis auf eine funktionelle Störung im Kausystem sein. Selbstverständlich weisen wir darauf hin, dass andere Ursachen dieser Beschwerden medizinisch ausgeschlossen werden sollten.

Moderne CMD-Diagnostik in der Praxisklinik Hohenbuschei

Durch spezielle klinische Untersuchungen und instrumentelle Diagnostik mit Gesichtsbogen können wir feststellen, ob eine CMD vorliegt und wie ausgeprägt sie ist. Der Gesichtsbogen zeichnet hierbei die Kaubewegungen und die Kiefergelenkstellung auf. Aus diesen Daten entsteht ein digitales Modell, das eine individuelle Planung der ganzheitlichen CMD-Therapie ermöglicht. Aufbissschienen werden dabei direkt im hauseigenen Dentallabor der Praxisklinik gefertigt – das verkürzt Wartezeiten und ermöglicht eine enge Abstimmung zwischen Behandlung und Zahntechnik.

Ganzheitliche Therapieansätze

Die Behandlung von CMD erfolgt in der Regel interdisziplinär. Ziel ist es, das Gleichgewicht im Kausystem wiederherzustellen und dadurch auch die Beschwerden wie Rückenschmerzen nachhaltig zu lindern.

Mögliche Maßnahmen umfassen:

  • individuell angepasste Aufbissschienen
  • Korrektur von Fehlkontakten im Biss
  • physiotherapeutische Begleitbehandlung
  • Entspannungs- und Stressmanagement
  • Anpassung oder Erneuerung von Zahnersatz

Bei Rückenschmerzen lohnt sich ein Blick in den Mund

Die Ursache für Rückenschmerzen findet sich nicht immer dort, wo die Beschwerden auftreten. In unserer Zahnarztpraxis kümmern sich Dr. Sandra Wagner, Dr. Rouven Wagner und ihr Team um genau diese Zusammenhänge. Gerade bei chronischen oder therapieresistenten Rückenschmerzen lohnt es sich daher, auch zahnmedizinische Ursachen in Betracht zu ziehen. Denn: Wer früh kommt, kann oft mit einer Aufbissschiene gegensteuern – bevor sich die Fehlhaltung festigt. Lassen Sie sich gerne beraten.